Palmöl aus Indonesien: Das schmutzige Geschäft der Produzenten

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Zitate, Sprüche und Weisheiten zu Natur, Klima und Klimawandel, Regenwald und Tropenholz.  · Palmöl ist ein begehrter Rohstoff, doch die Produktion ist umstritten. Indonesische Konzerne roden riesige Regenwaldflächen, Einheimische werden.

 · Palmöl ist ein begehrter Rohstoff, doch die Produktion ist umstritten. Indonesische Konzerne roden riesige Regenwaldflächen, Einheimische werden.

Denn Palmöl ist weitaus billiger als beispielsweise Rapsöl und zudem recht praktisch: Sein hoher Schmelzpunkt hält es bei Raumtemperatur sowohl geschmeidig als auch fest. Knapp 70 Prozent des umstrittenen Öls werden laut des Statistikdienstes Oil World in der Lebensmittelindustrie verarbeitet.

Dezember nun müssen die Hersteller genau angeben, welches Pflanzenöl ein Produkt enthält. So will es die Europäische Union. Die vage Bezeichnung "Pflanzenfett" ist dann nicht mehr zulässig. Dahinter verbirgt sich fast immer Palmöl.

Und das verursacht am anderen Ende der Welt eine Reihe nicht enden wollender Konflikte. Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Öls kommt von dort. Der Rest stammt überwiegend aus Malaysia und anderen Nachbarländern in Südostasien. Doch auch in Lateinamerika und Afrika breiten sich bereits die Plantagen aus. Zuvor wuchs und gedieh dort Regenwald.

Genau das ist das Problem: Die Tropenpflanzen wachsen fast immer dort, wo zuvor Wald gerodet wurde. Auf ihren Ladeflächen stapeln sich die Palmölfrüchte. Sie sehen aus wie gigantische Ananasse. Laut einer Untersuchung von Greenpeace ist in Indonesien keine Branche stärker an der Regenwaldrodung beteiligt als die Palmölindustrie.

Dessen ungeachtet soll die Ölproduktion bis auf 40 Millionen Tonnen gesteigert und die Anbaufläche verdoppelt werden. Denn für das Schwellenland ist Palmöl inzwischen das drittwichtigste Exportprodukt. Der Palmölboom hat Indonesien aber auch eine unselige Spitzenposition eingebracht: Der Inselstaat hat Brasilien als Waldvernichter Nummer eins abgelöst. Es klingt paradox - doch zuzuschreiben ist diese Entwicklung auch der europäischen Klimaschutzpolitik. Diese schreibt für den Verkehrssektor vor, dass bis mindestens ein Zehntel des gesamten Kraftstoffverbrauchs aus nachwachsenden Rohstoffen stammen müssen.

Zwar wird nur ein Zwanzigstel des weltweit gehandelten Palmöls für Agrarsprit verbraucht. Doch zwischen und hat sich der Palmölverbrauch für Agrarsprit in der EU nahezu verfünffacht - auf zuletzt 1,9 Millionen Tonnen im Jahr. Berücksichtigt man die komplette Wertschöpfungskette, geht diese Rechnung jedoch nicht auf.

Dann nämlich ist Agrartreibstoff, vor allem wenn er Palmöl enthält, klimaschädlicher als Benzin aus Erdöl. Das haben selbst Studien der EU-Kommission belegt. Trotzdem werden Rodungen und Landvertreibungen fortgesetzt.

Wie jeden Tag, hatte Puji sich auch am 5. Sie warfen ihm vor, Erntearbeiter angestiftet zu haben, Palmölfrüchte zu klauen.

Mit dieser Unterstellung wurden schon Dutzende ins Gefängnis gesteckt, auch in Bungku. Doch dann schlugen Militär und Wachleute auch auf die Protestierenden ein. Sechs Männer wurden dabei so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Puji, noch gefesselt und geknebelt, starb dort an seinen Verletzungen. Arti, seine Frau, lebt seither in der Hütte ihres Vaters. Mit seiner Hilfe muss sie sich und fünf Kinder durchbringen.

Ihre Zukunft, die sie sich mit Puji ausgemalt hatte, mit dem sie ein Haus bauen wollte, liegt in Trümmern. Auf Entschädigung wartet Arti bislang vergeblich. Die Tragödie von Bungku klingt wie ein von Einzeltätern begangenes Verbrechen.

Tatsächlich aber handelt es sich um einen von geschätzten Landkonflikten, die die Palmölindustrie allein in Indonesien heraufbeschworen hat. Pujis Fall liegt auch der Menschenrechtskommission der indonesischen Regierung vor. Doch zu mächtig sind die Verstrickungen zwischen Staat, Militär, internationalen Banken und den Palmölkonzernen. Das Geschäft mit dem Pflanzenöl beschert gewaltige Profite. Doch die freiwillige Initiative wird dominiert von der Palmöl-Industrie: Doch so nachhaltig, wie es der Name verspricht, ist es nicht.

Tatsächlich sind die Kriterien lasch: Der Anbau auf Torfböden und die Verwendung hochgefährlicher Pestizide wie Paraquat sind nicht verboten. Kritisiert wird auch, dass die Kontrolleure vom Runden Tisch oder seinen Mitgliedern selbst beauftragt werden. Eine unabhängige Kontrollinstanz gibt es nicht. Somit treibt das Siegel weniger den Schutz des Waldes und seiner Anwohner voran.

Vielmehr dient es Industrie und Politik als Legitimation und zur Nachschubsicherung für ihren steigenden Palmölbedarf. Die gigantischen Monokulturen und deren Ausweitung hätten unweigerlich die Vernichtung von Regenwald und Artenvielfalt sowie Landraub zur Folge. Denn obwohl Brandrodungen in Indonesien verboten sind und die Regierung sogar ein Moratorium für die Abholzung von Primärwald verhängt hat, schreitet das Waldsterben weiter voran.

Greenpeace hat in einer Studie die Ursachen der Waldbrände untersucht, die im Juni in Jambis Nachbarprovinz Riau wüteten - es waren die schlimmsten seit 16 Jahren. Wer könnte dann helfen, Kompensationen für die betroffenen Gemeinden durchzusetzen?

Die Täter würden von der Bildfläche verschwinden und wir hätten keinen Einfluss mehr auf die Situation. Doch im ersten Wirkungsbericht, den der Runde Tisch im Herbst erstmals vorlegte, wurden 46 Beschwerden gegen Mitglieder umgesetzt, jedoch nur 19 davon auch abgeschlossen.

Zurück in Bungku, führt die Fahrt auch an jener Stelle vorbei, an der Puji gefoltert wurde. Es war nicht der erste Fall von Gewalt gegen die Menschen von Jambi. Es war ein Deal unter Familienmitgliedern: So wurde Wilmar auch die Verhandlungen los, die kurz darauf abgebrochen wurden. Sie vertrieben die Menschen mit Gewalt, zerstörten und plünderten insgesamt fast Hütten. Zurück in ihre Dörfer können sie nicht mehr - die Firma hat den Zugang mit Wassergräben und bewachten Schranken abgeriegelt.

Pujis Freunde sitzen auf zusammengezimmerten Brettern. Sie sind erschöpft, viele traumatisiert. Ardani, ihr charismatischer Anführer, hustet unablässig. Sie haben zu wenig Essen und zu wenig Wasser. Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren.

Die nächstbeste Zeit ist jetzt. Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: Ich muss völlig betäubt sein, um die Welt zu ertragen, die wir geschaffen haben.

Wenn ich mich jetzt zurückziehe, wenn ich hinaus in die Natur gehe und mich beruhige, dann kann ich im meiner Welt sein. Ein Land ohne Bäume ist kein Vaterland. Kemal Atatürk, Begründer der Türkei. Die Wälder gehen den Menschen voran, die Wüsten folgen ihnen. Wer Bäume pflanzt, wird den Himmel gewinnen. Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in irgendeiner Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Die erwachsenen Menschen, die Geschäfte und Sorgen haben, sich mit lauter Kleinigkeiten quälen, verlieren allmählich ganz den Blick für diese Reichtümer. Ein Land darf sich erst dann wirklich als kultiviert oder zivilisiert bezeichnen, wenn es seiner Wildnis genug Bedeutung schenkt.

Der Wald lebt besser, ohne die Menschen, aber die Völker leben schlechter ohne den Wald. Wo früher Männer mit Äxten unterwegs waren, fressen sich heute Bulldozer durch den Wald. Primatenforscherin in "Wälder, die wir töten", Sobald der Wald abgeholzt ist, gehen die Regenfälle auf den ungeschützten Boden nieder und schwemmen Humus und Mineralsalze weg.

Emmanuelle Grundmann, Ausschnitt aus "Wälder, die wir töten", Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen auch in Verantwortung für die künftigen Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass 1. Beenden wir endlich die globale Pyromanie! Hermann Scheer in Graz beim 2.

Grazer "Energy Talks", Juli Jeder Mensch ist mitverantwortlich für das gegenwärtige und zukünftige Wohlergehen der Menschheitsfamilie und für das Leben auf der Erde.

Es wird von unseren alten Leuten erzählt, dass diese Welt nicht nur für unsere Vorfahren und für die die jetzt leben, geschaffen wurde. Sie wurde auch für unsere Kinder, für alle die nach uns kommen werden, deren Gesichter wir niemals sehen werden, geschaffen.

Für sie muss die Welt erhalten bleiben. Tekarontake, Sprecher der Mohawk aus Konfli J. Fliegende Feder, Ökotopia Verlag, Münster Wie wir uns jetzt entscheiden, wird unsere Zukunft bestimmen. World Ressouce Institute, In vielen Teilen der Welt nimmt die Zerstörung von Wäldern derzeit dramatisch zu.

Wie dabei mit indigenen Völkern umgegangen wird, ist eine Schande für die zivilisierte Menschheit. Die industrielle Ausbeutung des Regenwaldes, wie sie im Moment praktiziert wird, bringt die ganze Erde in Gefahr. Was mit den Orang-Utans geschied, kann man in einem Wort zusammenfassen: Das Erschreckende ist, dass das Chaos in Indonesien von uns angerichtet wird. Wir kaufen - oft unwissend - Kerzen, die aus Palmöl hergestellt werden, und tausend andere Produkte, von Eiscreme bis zu Waschpulver, Tütensuppen, Schokolade, Magarine.

Team von Rettet den Regenwald, Februar Der endlose blaue Ozean des Himmels hat sich als ein ganz zartes Häutchen erwiesen.

Doch zwischen und hat sich der Palmölverbrauch für Agrarsprit in der EU nahezu verfünffacht - auf zuletzt 1,9 Millionen Tonnen im Jahr.

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Wir können also etwas tun: Aber natürlich müssen auch wir das Gewicht unserer Kaufkraft in die Waagschale werfen, um gegen das Verschwinden der Regenwälder anzukämpfen

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