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Der Dollar auf dem Vormarsch – und die Leidtragenden..

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Many translated example sentences containing "Wechselkursaufwertung" – English-German dictionary and search engine for English translations. Ungedeckte Zinsparität ist empirisch nicht erfüllt 4) Random Walk Puzzle: Die Vorhersagen von Wechselkursbewegungen unter Verwendung theoretischer.

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Zwar fällt die Aufwertung im historischen Vergleich bislang relativ moderat aus, und auch das Geschäftsklima bei den deutschen Unternehmen sowie deren Exporterwartungen blieben von der Aufwertung scheinbar unbeeindruckt.

Gleichwohl kamen zuletzt Sorgen auf, die Konjunktur in Deutschland könnte durch die Aufwertung des Euro gedämpft werden. So werden heimische Exporte bei einer Aufwertung der heimischen Währung im Ausland teurer soweit sie auch in heimischer Währung fakturiert werden "producer currency pricing" , während in der Fremdwährung fakturierte Importe günstiger werden.

Dies führt für sich genommen zu einem Rückgang der Exporte und einem Anstieg der Importe. Über den Rückgang der Importpreise wirkt die Aufwertung zudem dem Preisauftrieb auf der Verbraucherebene entgegen. Allerdings fakturiert ein Teil der exportierenden Unternehmen ihre Güter in der lokalen Währung des Ziellandes "local currency pricing". Dabei kann es für die Exporteure optimal sein, ihre Preise nach einer Aufwertung nicht oder nur unvollständig anzupassen und stattdessen ihre Gewinnmargen variieren zu lassen, wenn sie den Verlust von Marktanteilen vermeiden möchten und mit zukünftig besseren Absatzmöglichkeiten rechnen.

Eurosystem policy and exchange rates statistics; Deutsche Bundesbank: Gleichzeitig ist der Einfluss von Wechselkursschwankungen auf Preise zwischen Ländern heterogen und über die Zeit tendenziell zurückgegangen. Wechselkursbewegungen sind meist nicht exogen, sondern Ausdruck von Veränderungen der dahinterliegenden Faktoren. Um zu beurteilen, ob sich die konjunkturellen Aussichten im Zuge einer Aufwertung des Wechselkurses eingetrübt haben, ist es somit notwendig, die Ursachen für diese Aufwertung zu betrachten.

So kann es z. Die Aufwertung ist dann eine Anpassungsreaktion, die der höheren konjunkturellen Dynamik für sich genommen zwar entgegenwirkt, jedoch nicht Ausdruck eines konjunkturellen Risikos ist.

Dabei dürften die dämpfenden Effekte der Aufwertung auf heimische Preise niedriger ausfallen, da ausländische Exporteure angesichts besserer Absatzmöglichkeiten im Inland eher ihre Gewinnmargen ausweiten anstatt ihre Preise mit der Wechselkursaufwertung nach unten anzupassen.

Freilich sind die jeweiligen Determinanten von Wechselkursschwankungen nur schwer eindeutig zu identifizieren. Für die jüngste Aufwertung des Euro kommen unterschiedliche Einflussfaktoren in Betracht.

So dürften die verbesserten konjunkturellen Aussichten für den Euroraum und auch für Deutschland zu der Aufwertung beigetragen haben. So weist der Citigroup Economic Surprise Index darauf hin, dass insbesondere in der ersten Jahreshälfte die Konjunktur im Euroraum eine höhere Dynamik aufwies, als zuvor erwartet worden war vgl. Auch die Produktionserwartungen und das Konsumentenvertrauen im Euroraum — wie auch in Deutschland selbst — sind in diesem Zeitraum gestiegen. Ein weiterer Grund für die Aufwertung könnte darin liegen, dass zunehmend Zweifel über die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit der US-Administration sowie über den Expansionsgrad der US-amerikanischen Fiskalpolitik aufgekommen sind, was sich belastend auf die Erwartungen für die US-Konjunktur ausgewirkt haben dürfte.

Soweit sich dies auch in einer Verlangsamung der Konjunktur in den USA widerspiegelt, dürfte dieser Faktor für sich genommen dämpfend auf die deutsche Konjunktur wirken. Die der Aufwertung zugrundeliegenden Faktoren sind nur schwer voneinander abzugrenzen und können gleichläufig oder entgegengesetzt wirken. Über Kritik von seiner Seite wäre ich überrascht: Er hat den Maastricht-Vertrag mitverhandelt. Vielleicht spielt es aber auch eine Rolle, dass man aus der Distanz von Washington, dem Sitz des IWF, die Risken unterschätzt, die darin liegen, wenn klare Regeln so eindeutig verletzt werden.

Sie meinen die Regeln des Stabilitätspakts, die von Deutschland und Frankreich gebrochen wurden? Warum lehnt die EZB das ab? Zumal die Inflation sinkt und der Konjunkturmotor jetzt wieder stottert? Das jetzige Zinsniveau ist angemessen. In der zweiten Jahreshälfte hat der Wirtschaftsaufschwung begonnen. Obwohl die Informationen und Indikatoren derzeit tatsächlich etwas widersprüchlich sind, erwarten wir, dass sich der Aufschwung allmählich verstärken und verbreitern wird.

Die Entwicklung wird mit niedrigeren Inflationsraten verbunden sein. Kurzfristig werden diese Raten möglicherweise stark schwanken, die Tendenz nach unten aber bleibt. Für und darüber hinaus erwarten wir eine Inflationsrate von weniger als zwei Prozent — bei gegebenen Zinssätzen.

Wir haben gegenwärtig die niedrigsten Notenbankzinssätze, die es nach dem Krieg in Europa je gab. Trotz der Euro-Aufwertung wirkt die Geldpolitik immer noch expansiv. Insgesamt ergibt das ein Szenario, das die Angemessenheit des gegenwärtigen Zinsniveaus bestätigt. Jüngst publizierte Unternehmerumfragen zeigen aber, dass die Wirtschaft dem Aufschwung nicht so recht traut.

Könnte der Zinspolitik da nicht wichtige Signalwirkung zukommen? Von der Entscheidung, die Notenbankzinsen unverändert zu lassen, geht ein wichtiges und eindeutiges Signal aus: Wir erwarten Preisstabilität, verbunden mit einer anhaltenden wirtschaftlichen Erholung. In Europa steigen zwar — mehr oder weniger — wieder die Investitionen. Die Konsumenten hingegen lassen völlig aus. Die Irak-Kriegs-Debatte des vergangenen Jahres und eine Reihe weiterer Faktoren haben dazu beigetragen, dass sie in ihrem Ausgabeverhalten sehr vorsichtig geworden sind.

Ein anhaltendes, kräftiges Wachstum im Euro-Raum ist aber ohne eine deutliche Erholung des Konsums kaum vorstellbar. Wir erwarten, dass sich deren Effekte nun in verstärkte Inlandsnachfrage umsetzen. Tritt diese Entwicklung nicht ein, dann haben wir es mit einer neuen Situation zu tun.

Wie immer werden wir dann neu analysieren und entsprechend handeln. Wir handeln immer auf der Basis einer eingehenden Analyse der Risiken für die Preisentwicklung in der Zukunft.

Umso wichtiger ist es für die EZB, in der Stabilitätsfrage keine Befürchtungen aufkommen zu lassen und verlässlich zu sein. Der Euro hat vis-a-vis dem Dollar seit um fünfzig Prozent aufgewertet, zuletzt rutschte er ab. Das jetzige Niveau des Euro-Kurses liegt etwas über dem langfristigen Durchschnittskurs zwischen Dollar und Euro beziehungsweise den früheren Währungen der jetzigen Währungsunion. Auf der anderen Seite sollte man nicht die erhebliche Entlastung für die Verbraucher übersehen.

Denken Sie zum Beispiel nur daran, wo der Benzinpreis ohne den Wechselkurseffekt gelegen hätte. Das lässt sich durch weitere Dollar-Abwertung reduzieren. Wird die EZB es so weit kommen lassen? Ich halte nicht sehr viel von Berechnungen dieser Art, die Effekte mit vielfältigen Nebenwirkungen zu quantifizieren versuchen. Der Euro hat bisher einen Beitrag zu diesem Anpassungsprozess, also zum Abbau dieses transatlantischen Ungleichgewichts in den Leistungsbilanzen, geleistet.

Soll Europa weitere Beiträge leisten? Ich würde sagen, dass der Euro seinen Beitrag dazu geleistet hat. Freilich — damit sind die langfristigen Ungleichgewichte in der Welt ja noch nicht behoben. Die Aufwertung des Euro war ein Beitrag dazu. Ein wichtiger, aber nur einer. Auf die schädlichen Wirkungen exzessiver Schwankungen haben wir immer wieder verwiesen.

Das klingt, als sei die Euro-Aufwertung weit genug gegangen.

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Jüngst publizierte Unternehmerumfragen zeigen aber, dass die Wirtschaft dem Aufschwung nicht so recht traut.

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